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Haus für Kinder, Kirchseeon,
2020

Das neue Kinderhaus in Kirchseeon, einem Markt im östlichen Einzugsgebiet von München, beherbergt Räumlichkeiten für eine Krippe und einen Kindergarten mit insgesamt 120 Kindern. Es zeigt sich als ruhiger Baukörper, der sich zurückhaltend in den Ort einfügt. Der Herausforderung des kompliziert geschnittenen Grundstücks in Hanglage wurde mit einer geschickten, städtebaulichen Setzung begegnet.

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Kinderkrippe und Kindergarten erhalten ihre eigenen, abgegrenzten Bereiche, mit ihren vorgelagerten, (lärm-)
geschützten Freispielflächen in Form von Spielhöfen, welche jeweils straßenseitig durch die Parkierungsanlagen räumlich gefasst sind.

Ein zentraler Haupteingang als durchgestecktes, lichtdurchflutetes Foyer bindet das Kinderhaus in zwei Himmelsrichtungen auf allen Ebenen an den öffentlichen Raum an. Hier werden die unterschiedlichen Höhenniveaus des angrenzenden Geländes aufgefangen und zusammengeführt. Dies ermöglicht zudem eine räumliche Entzerrung in den Bring- und Abholphasen.

Krippe und Kindergarten sind über das zentrale Foyer an den Mehrzweckraum angebunden und verfügen über jeweils eigene Erschließungssysteme. Damit ist die notwendige Trennung für den täglichen Ablauf gewährleistet. Doch sobald die Gemeinschaft für Feiern und Veranstaltungen zusammenkommt, zeigt das Kinderhaus seine großzügige, luftige und verbindende Qualität.

Das Konzept eines Kinderhauses wird durch die gut geschnittenen, nutzungsneutralen Räume vollkommen neu gedacht. Es sind Räume, die in ihrer Einfachheit Aneignung zulassen. Ziel ist eine bewusst reizreduzierte Atmosphäre. Die zurückhaltende Komposition aus Proportion, Licht und Material setzt den durchdachten Rahmen für Aktivität und Bildung.

Die Bekleidung der Außenwände mit einer vertikalen Leistenschalung aus Lärchenholz verleiht dem Kinderhaus eine ehrliche Haut. Auch den Innenräumen schenken natürliche Materialien – Massivholz und Natursteinböden aus Jurakalk – eine qualitative, ehrliche Haptik, die die Räume für Kinder begreifbar macht. Bodentiefe Fenster fluten das Gebäude mit Tageslicht und öffnen einen ungehinderten Ausblick nach draußen.

Den kleinen Nutzern wird dabei auch ein grundlegendes Verständnis für Räumlichkeit und Materialität vermittelt. Pädagogen stellt sich ein Arbeitsplatz zur Verfügung, der ihnen viel Freiraum für individuelle Gestaltung lässt und der sie in ihren Aufgaben optimal unterstützt.

So wie das Kinderhaus die Kinder zur Aneignung und Bespielung einlädt, so steht es auch in seiner räumlichen Struktur offen. Die Architektur gibt wenig Vorgaben und ermöglicht eine flexible, bedarfsorientierte Nutzung. Damit beweist sie ihren nachhaltigen, in die Zukunft gerichteten Charakter.

Wettbewerb: 1. Preis, 2014

 

Architekten:

meck architekten gmbh
Andreas Meck †, Axel Frühauf

 

Projektleitung:

Stefan Zöls

Mitarbeiter:

Nikolija Stamenkovic, Sara Decina, Nanjana Zitzelsberger

 

Baudurchführung:

meck ingenieure gmbh, Sebastian Kruppa

 

Fotografie:

Simon Menges, Berlin

 

 

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