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Aussegnungshalle München-Riem,
2000

Die Bestattungsflächen treiben wie Toteninseln, leicht erhoben, in der umgebenden Wiesenlandschaft. Nach innen umgrenzen Trockenmauern die Grabfelder und lassen den Blick nur in die Ferne offen. Wege verbinden die Schollen untereinander, mit der Aussegnungshalle und dem alten Friedhofsteil, Wasserstellen betonen die Knickpunkte.

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Die Landschaft umflutet die Inseln mit blühenden Magerwiesen und einzelnen Obstbäumen. Weiterreichende Fuß- und Radwege führen hindurch. Gegenüber dem Eingang des alten Friedhofes sind als strenges, fast klösterliches Geviert im fließenden Landschaftspark Riem die neuen Friedhofsgebäude angeordnet. Sie sind als schwere, aus der Erde wachsende Körper konzipiert: Eiche, Cortenstahl und Stein (Beton und Naturstein) bestimmen das Bild. Alle Materialien sind massiv und unbehandelt belassen. Ihr natürliches Altern steht für den Kreislauf des Lebens. Zusammen mit den rauen Umfassungsmauern bilden die Gebäude einen Ort der Stille. Drei Höfe gliedern die Anlage: Der mittige, ruhige Eingangshof ist Ausgangspunkt für die Wege des Besuchers in den Friedhof, in die Aussegnungshalle, zu den Aufbahrungszellen und zum Eingang des alten Friedhofsbereiches.

Eingespannt in einen Lindendom liegt die Aussegnungshalle zwischen altem und neuem Friedhofsteil. Sie ist unter ein bergendes Steindach gestellt, ein glatter Eichenholzkubus, ganz im Gegensatz zu den rauen, aus Bruchsteinen gemauerten Hofumfassungswänden und den Böden aus Stein. Die Stimmung in der Aussegnungshalle ist durch den warmen Holzton der Umfassungswände geprägt und hat einen introvertierten, sakralen Charakter, der durch die Vermeidung eines direkten Ausblicks entsteht. Eine goldene Wasserfläche verleiht als meditativer Blickpunkt dem Raum ein besonderes Licht und Atmosphäre. Von der Aussegnungshalle geht der Weg des Sarges über den gedeckten Vorhof am Wasser und an der Totenglocke vorbei über knirschenden Kies zum Friedhof.

Wettbewerb: 1. Preis, 1997

Fertigstellung: Oktober 2000

 

Architekten:

Prof. Andreas Meck † (meck architekten)

und Stephan Köppel (Architekt), München

 

Mitarbeiter:

Alfred Floßmann, Susanne Frank, Peter Fretschner, Evi Krebs, Werner Schad (Projektleitung)

 

Fotografie:

Michael Heinrich, München

 

Auszeichnung:

  • Licht-Architektur-Preis 2003 Besondere Anerkennung
  • Sonderpreis der IX Architekturbiennale in Buenos Aires 2001: 10 Arquitectos Alemanos Innovatores
  • Kulturredaktion der Abendzeitung „Stern des Jahres 2001“
  • Betonpreis 2001 Lobende Erwähnung
  • Deutscher Architekturpreis 2001 Auszeichnung
  • BDA-Preis Bayern 2001
  • ar+d award award 2001

 

 

Weitere Projekte: