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Ehrenmal der Bundeswehr, Berlin,
2009

Das Ehrenmal der Bundeswehr ist der zentrale Ort, an dem aller Angehörigen der Bundeswehr, die in Folge der Ausübung ihrer Dienstpflichten für die Bundesrepublik Deutschland im In- und Ausland ihr Leben ließen, gedacht wird. Das Ehrenmal versteht sich in seiner Konzeption als begehbares und räumlich erlebbares Gesamtkunstwerk.

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Eine tektonische Struktur aus Stahlbetonfertigteilen erzeugt den Ort. Über die Stahlbetonkonstruktion ist ein feines durchbrochenes „Bronzekleid“ gelegt. Jeder Angehörige der Bundeswehr trägt beim Einsatz eine Erkennungsmarke. Die halbierte Erkennungsmarke steht für den Tod. In Anlehnung daran ist die Form halber Marken aus dem „Bronzekleid“ gestanzt: Das ganze Objekt umhüllend, findet metaphorisch der alles umfassende Tod Ausdruck. Der Anordnung der ausgestanzten Marken liegt eine Codierung zugrunde, die den Eid der Zeit- und Berufssoldaten, das Gelöbnis der Wehrdienstleistenden sowie den Amtseid der Wehrverwaltung darstellt. 

Geborgen unter der Bronzehülle und geführt durch die tektonische Ordnung betritt der Besucher den Raum der Stille: Das Innere ist schwarz, die realen Raumgrenzen verschwimmen, dem Betrachter eröffnet sich ein entmaterialisierter Raum. So wie im Tod das Leben aus den Fugen gerät, erfährt hier die strenge Ordnung und tektonische Schichtung eine Irritation: die letzte Bodenplatte hat sich aus der Ordnung gelöst. Kränze, Blumen und Erinnerungsstücke können hier abgelegt werden. Die Kraft, mit der sich scheinbar der Boden herausgeschoben hat, steht für das Ausmaß der Gewalt und des Unglücks, welches ein Menschenleben hat enden lassen. 

Licht strahlt durch das Oberlicht und durch die codierte Bronzehülle in das Innere und erzeugt ein Schattenspiel aus halben Erkennungsmarken. 

Die Nennung der Toten ist als körperlose Schrift aus Licht konzipiert: Die Namen erscheinen so schwerelos im Raum. Beim Verlassen des Raumes geht der Besucher auf eine goldschimmernde Wand zu: Gold steht für das Übernatürliche und die daraus resultierende „Hoffnung“ in allen Kulturen. Eine Inschrift ist als glattes Relief aus der goldschimmernden Wand herausgearbeitet. Sie lautet: „Den Toten unserer Bundeswehr. Für Frieden, Recht und Freiheit.“ 

Wettbewerb: 1. Preis, 2007

Planungsbeginn: Juli 2007

Fertigstellung: September 2009

 

Architekten:

meck architekten 

Prof. Andreas Meck

 

Mitarbeiter:

Francesca Fornasier, Axel Frühauf (Projektleitung)

 

Fotografie:

Florian Holzherr, München

 

Auszeichnung:

  • Architekturpreis Beton 2011 Anerkennung 

 

 

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