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Wohnbebauung Lothringerstraße, München,
2009

Städtebauliche Rahmenbedingungen
Im Rahmen der Stadtteilerneuerung von München-Haidhausen unter der Bauherrnschaft der Münchner Gesellschaft für Stadterneuerung MGS wurde die Baulücke Lothringerstraße neu beplant. Das Stadtviertel Haidhausen im Münchner Süd-Osten, auch Franzosenviertel genannt,  ist geprägt durch seine dichte Blockrandbebauung, die einen für heute ungewöhnlich hohen Anteil älterer Bausubstanz aus der Zeit vor 1914 aufweist. Die neu entstandene Anlage umfasst drei voneinander getrennte, fünfgeschossige Gebäudeteile (Haus A, B und C) mit insgesamt 16 Wohnungen, ein gemeinsames Untergeschoss mit Tiefgarage und einen denkmalgeschützten Altbau. Das Grundstück erstreckt sich von der Lothringer Straße bis zur Rosenheimer Straße. Die Verbindung der beiden Straßen ist historisch gewachsen und kann bis ins 18. Jahrhundert zurückverfolgt werden.

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Architektur
Die Baukörper reihen sich entlang des neugestalteten öffentlichen Durchgangs auf und bilden durch die einheitliche Gestaltung ein neues, bauliches Ensemble. Durch die Neubauten werden die bestehenden Baulücken geschlossen: es entstehen begrünte, introvertierte Wohn-Innenhöfe mit hoher Aufenthaltsqualität. Die klare Gliederung der kubischen Baukörper folgt den vorhandenen Baulücken. Die Gebäudetiefe und Höhenentwicklung passt sich an die jeweilige Bestandssituation an. Durchgehende, klar strukturierte Fensterbänder prägen die Fassade der Gebäude zwischen den jeweiligen Bestandsgebäuden. Die raumhohe Verglasung sorgt für eine optimale Belichtung der Wohnungen und des Treppenhauses. Auf der Hofseite ist jeweils ein durchgehender Balkon mit einer Schiebewandverglasung angeordnet. Aufgrund einer zusätzlichen, individuell zu öffnenden Lärm- und Klimafassade mit Glas- sowie Sonnenschutzelementen werden diese Bereiche zu geschützten Freibereichen, die auch zur kühleren Jahreszeit als Zwischenklimazone genutzt werden können („grüne Zimmer“). Gleichzeitig entsteht so ein sich ständig änderndes Farb-, Licht- und Schattenspiel auf der Fassade. 

Im Erdgeschoss sind Sondernutzungen wie Laden-, Atelier- und Wirtschaftsflächen für die Wohnanlage eingerichtet. Die Adressbildung wird durch großzügigen Hauseingänge mit raumhohen Verglasungen erzielt. In den Gebäuden werden pro Geschoss jeweils 2 Wohnungen über ein Treppenhaus mit einläufiger Treppe erschlossen. 

Partizipation + Nutzerakzeptanz
Den großzügig geschnittenen Wohnungen liegt, dem gehobenen Anspruch entsprechend, ein flexibles Nutzungskonzept zugrunde. Durch die Ausbildung eines eingestellten Versorgungskerns können von der Loft- bis zur Mehrzimmerwohnung je nach Nutzprofil unterschiedliche Wohnformen umgesetzt werden. Die auf beiden Seiten durchgehenden Fensterbänder unterstützen den loftartigen Charakter der Wohnungen. Die Glasfassaden werden durch die flexible Anordnung von geschlossenen Paneelen an die jeweilige Grundrissform angepasst. Das Spiel der unterschiedlichen Anordnung der geschlossenen Fassadenelementen belebt die Fassadengestaltung und wird so zum Ausdruck von Individualität in der Stadt. 

Planungsbeginn: August 1998

Fertigstellung: April 2009

 

Architekten:

Leistungsphase 1 mit 2: 

Andreas Meck, München (meck architekten)

und Stephan Köppel (Architekt)


ab Leistungsphase 3:

meck architekten, Prof. Andreas Meck

 

Mitarbeiter:

Moritz Alken, Wolfgang Amann, Bernd Bayer, Johannes Dörle, Peter Fretschner, Sebastian Kruppa

 

Fotografie:

Michael Heinrich, München

 

Auszeichnung:

  • Gestaltungspreis der Wüstenrot-Stiftung 2010 „Neues Wohnen in der Stadt“ Anerkennung
  • Städtebaupreis 2010 Belobigung für die städtebauliche Neuordnung und Aufwertung des innerörtlichen Quartiers mit dem Block 22 in München-Haidhausen
  • 2013 Anerkennung für Qualität im Wohnungsbau 2013 für die Revitalisierung und Nachverdichtung Lothringer Str. 8 

 

 

Weitere Projekte: