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Wohnen an der Salzach, Salzburg,
2012

Die neue Wohnbebauung an der Ernest-Thun-Straße bildet den nördlichen Auftakt der salzachseitigen Bebauung am Elisabethkai. Die achtgeschossige Aufkantung des Neubaus und der Turm der Christuskirche bilden den Rahmen für die östliche Ufersilhouette nördlich des Makartstegs. Mit diesem neu geschaffenen, hochwertigen Akzent in bester Lage erfährt die östliche Uferbebauung eine städtebauliche Neuordnung. Der von uns konzipierte Neubau zeigt sich als ruhiger, unaufgeregter Baukörper mit einer differenzierten Höhenentwicklung. Er entfaltet skulpturale Kraft. Über die Aufnahme von Höhenbezügen der umgebenden Bebauung fügt sich der Baukörper in seine Umgebung harmonisch ein und wird auf diese Weise in seinem Umfeld verortet.

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Über die turmartige, salzachseitige Aufkantung des Baukörpers erreichen wir die für die neue Wohnbebauung notwendige Adressbildung. Die von uns für das Wettbewerbsgebiet entwickelte städtebauliche Konzeption ermöglicht die Anordnung eines für alle Wohneinheiten erlebbaren, gemeinsamen, salzachseitigen Grün-, bzw. Freiraumes. Über einen gemeinsamen, überdachten Vorbereich mit hoher Aufenthaltsqualität werden alle Wohnungen von der Ernest-Thun-Straße aus erschlossen. Großzügige, natürlich belichtete Eingangsbereiche bilden ein repräsentatives Entrée. Mit nur zwei Erschliessungskernen werden alle Wohnungen der Anlage überaus wirtschaftlich erschlossen.

Die einzelnen Wohnungen haben wir in ihrer grundrisslichen Anordnung so konzipiert, dass alle entweder an der Sonne im Süden oder am Ausblick auf die Salzach, die Altstadt oder auf den Kapuzinerberg oder sogar an allem partizipieren können. Die Anordnung von Schaltzimmern ermöglicht eine höchstmögliche Flexibilität im Hinblick auf den Wohnungsschlüssel und die jeweiligen Wohnungsgrößen. Darüber hinaus sind alle Wohnungen über offene Grundrisse flexibel konzipiert. Klassische Mehrzimmerwohnungen oder auch Loftwohnungen können mit dieser Struktur umgesetzt werden. Offene oder geschlossene Küchen sind hierbei je nach Käuferwunsch möglich. Großzügig angelegte Dachterrassen und eingezogene, witterungsgeschützte Loggien bilden die privaten Freibereiche der oberen Wohneinheiten und verleihen diesen in Verbindung mit fulminantem Ausblick eine unverwechselbare Qualität. Für die obersten zwei Geschosse haben wir drei Maisonettewohnungen vorgesehen, welche mit zweigeschossigen Wohnbereichen und inszenierten Ausblicken eine herausragende Qualität entfalten.

Die bereits bestehenden Tiefgeschosse haben wir in das Konzept integriert und um die Umrisse der oberirdischen Bebauung erweitert. Dadurch gelingt es uns zum einen, im Sinne einer nachhaltigen Planung, die Flächenversiegelung so gering als möglich zu halten und zum anderen den wertvollen Baumbestand zu wahren und in die Freiflächengestaltung zu integrieren. Der erlebbare, salzachseitige, von den Bestandsbäumen überschattete Freiraum beherbergt sowohl private Gartenflächen der Erdgeschosswohnungen, welchen größtenteils zusätzliche Wellness- und Freizeitbereiche im Untergeschoss zugeordnet sind, als auch gemeinschaftliche Grünflächen. Eine Feuerstelle, ein Kinderspielplatz aber auch Sitzgelegenheiten zum Verweilen sind hier angeordnet.

Die äußere Gestalt ist geprägt durch eine noble Putzfassade und raumhohe Kastenfenster in Verbindung mit Fensterfaschen aus Beton - die traditionelle Salzburger Fassade mit ihren prägenden Elementen steht Pate. Tradition und Moderne verbinden sich zu einer neuen, identitätsstiftenden Gestaltung dieses Ortes. Durch die Ausbildung der Fenster als Kastenfenster reagieren wir einerseits im Rahmen der hohen Lärmbelastung an der Schwarzstraße auf die dortige Schallschutzproblematik, andererseits ist damit im Bereich der Fassaden in Kombination mit verglasten Loggien ein ausreichender winterlicher Wärmeschutz sichergestellt.

Die Wärmeversorgung erfolgt, unter Berücksichtigung der räumlichen Nähe zum Heizkraftwerk Mitte, über Fernwärme als Energieträger mit hohem Primärenergiefaktor. Für die Wärmeübergabe sind Niedertemperatursysteme vorgesehen. Eine fassadenseitig integrierte, dezentrale Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung kann die Lüftungswärmeverluste niedrig halten. Als Massivbau konzipiert, ist der Baukörper außenliegend hochwärmegedämmt und mit seiner kompakten Form von einem günstigen A/V Verhältnis geprägt. Hohe, innenliegenden Speichermassen halten im Rahmen des Passivkonzeptes die laufenden Energiekosten mit einfachsten Mitteln dauerhaft niedrig.

Wettbewerb: 2. Preis, Januar 2012

 

Architekten:

meck architekten gmbh

Andreas Meck, Axel Frühauf

 

 

Mitarbeiter:

Martina Frieling, Tobias Jahn, Benjamin Nejedly

 

 

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