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Pacelli Palais, München,
2011

Historie
Das heute denkmalgeschützte sogenannte Pacelli Palais ist ein Teil eines 1880/81 von dem Architekten Josef Hölzle errichteten Mietdoppelhauses in der Georgenstraße. 1900/01 baute er den ursprünglichen, im Stil der Renaissance entstandenen Bau für sich selber im neobarocken Stil umfassend um. Der straßenabgewandte Gebäudetrakt wurde 1944/45 durch Bomben schwer beschädigt und in der Nachkriegszeit verändert wieder aufgebaut. 1961 wurde das Palais auf der Nordseite um einen Anbau mit Tiefgarage erweitert. Der ursprünglich an dieser Stelle gelegene historische Treppenturm wurde dabei abgebrochen.

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Entwurfskonzept
Dem Konzept liegt die Idee zugrunde, die Eigenart des Palais wieder freizulegen und den ein Schattendasein fristenden Anbau so zu überarbeiten, dass beide Gebäudeteile eine neue und spannungsvolle Verbindung eingehen können. Das Konzept thematisiert die   unterschiedlichen Entstehungszeiten. Geschichte und Gegenwart zeigen sich in Kleid und Inhalt. Darin liegen Reiz und Herausforderung.

Palais
Das eigentliche Palais wird in seine historische Formensprache zurückgeführt. Dabei wird der denkmalgeschützte Bestand behutsam statisch und technisch für die gewünschte Büronutzung ertüchtigt. Die vorhandene ursprüngliche Inneneinrichtung wird restauriert und zum Teil ergänzt. Die durch die Kriegsschäden bedingten Nachkriegseinbauten werden rückgebaut und in diesem Bereich die Räume grundlegend neu geordnet und den heutigen Ansprüchen entsprechend erkennbar ausgebaut. Noch vorhandene historische Bausubstanz wird erhalten und integriert. Das ursprünglich zu Lagerzwecken genutzte Dachgeschoss des Altbaus wird ergänzt und räumlich so umstrukturiert, dass Potential für eine hochwertige Loftwohnung entsteht. Die Form des Dachstuhls mit dem charakteristisch geschwungenen Gebälk bleibt dabei erhalten. Durch geschickte Ausnutzung der Höhen entsteht eine Galerieebene. Auch der noch vorhandene Kuppelraum, ein Überrest der ursprünglichen Hauskapelle kann in die Wohnung integriert und seine Fresken wieder freigelegt werden. Durch gezielt gesetzte Fensteröffnungen und Freisitzflächen gelingt es, denkmalverträglich gute Belichtung, blick und Aufenthaltsqualität zu erzeugen.

Die Gestaltung des Raumkonzeptes und die Einrichtung des Lofts erfolgen unter Mitwirkung des Interior Designers Jacques Grange, Paris, und des Lichtdesigners, Ingo Maurer, München. Die architektonische Betreuung des Innenausbaus übernimmt der Münchener Architekt Chrysanthus Dworschak, der auch im übrigen für alle Fachbeteiligten der Vertreter der Bauherrschaft ist.

Anbau
Der viergeschossige rückwärtige Anbau aus den 60er Jahren wird komplett auf den Rohbau zurückgeführt, statisch, brandschutztechnisch und energetisch ertüchtigt und um ein Geschoss aufgestockt. Dabei wird zwischen Palais und Rückgebäude ein zentrales Treppenhaus mit Aufzug eingefügt. Dies bildet gleichzeitig Zäsur als auch die Verknüpfung der verschiedenen Gebäudeteile. Als eingestellte Skulptur bindet die neue Treppe sämtliche Geschossen des Alt- und Anbaus an. Es ermöglicht damit eine zentrale Erschließung aller Geschosse und Gebäudeteile und stellt die notwendigen Fluchtwege her. 

Der Innenausbau nutzt das Potential der Skelettbauweise und bietet Nutzungen vom Einzelbüro bis hin zum möglichen Großraum an. 

Die neue Fassade setzt sich in ihrer konsequenten Planität mit großflächigen Glaselementen von der plastisch gestalteten, neobarocken Altbaufassade ab. Die Materialität - dunkelgrauer Basalt, Bronze und Eiche - unterstreicht die Zurückhaltung und Eigenständigkeit der Konzeption ohne mit dem Altbau zu konkurrieren.

Planungsbeginn: Mai 2007

Fertigstellung: Juli 2011

 

Architekten:

meck architekten

Prof. Andreas Meck

 

Mitarbeiter:

Wolfgang Amann (Projektleitung), Sebastian Kruppa, Rena Lorenz, Katharina Rumschöttel

 

Fotografie:

Florian Holzherr, München

 

Auszeichnung:

  • Gestaltungspreis der Wüstenrot-Stiftung 2012 Anerkennung
  • BDA Preis 2013 Nominierung
  • Preis für Stadtbildpflege 2016 der Landeshauptstadt München 

 

 

Weitere Projekte: