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Carl-Orff Museum, Dießen,
seit 2019

Am Ziegelstadel in Dießen am Ammersee entsteht ein Museum über das Leben und Werk des Komponisten Carl Orff.
Sein Schaffensort und letzter Wohnort, an dem er von den 1950er Jahren bis an sein Lebensende tätig war, wird als Anlaufstelle für Kultur- und Musikinteressierte der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das  Anwesen, bestehend aus Wohnhaus, Arbeitshaus, Pergola und blühendem Landschaftspark, wird um einen musealen Anbau ergänzt, der in seiner Ausformung auf die baulichen und landschaftlichen Besonderheiten des Ortes reagiert und sich sensibel in das Ensemble einfügt.

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Die zurückhaltende Form des Anbaus ergänzt das denkmalgeschützte Gebäude und bewahrt die Gartenansicht mit der einzigartigen Pergola, mit der Intention, den Charme und Geist des Anwesens zu erhalten. Der Kreis und der Bogen als charakteristische geometrische Formen werden aufgegriffen und in Form einer Tonnendachkonstruktion neu interpretiert. Sie prägen das innen- und außenräumliche Erscheinungsbild des Neubaus und integrieren diesen mit seiner spielerischen Formensprache in den Ort. 

Ein Hochpunkt betont die neue Adresse des Museums und leitet den Besuchenden über die Auffahrt kommend selbstverständlich in das Gebäude. Das Foyer dient als zentraler Verteiler und vermittelt durch Raum- und Blickbezüge zwischen dem bestehenden Wohnhaus mit Pergola, den Ausstellungsbereichen und dem Lichthof. Die klar strukturierten Ausstellungsräume lassen die Besuchenden von Raum zu Raum durch das Museum schreiten und ermöglichen vielfältige Bezüge und Blickbeziehungen innerhalb des Gebäudes und in die charakteristische Umgebung mit Garten, zum Ammersee und zum Rad der Fortuna.

Die Materialität des Anbaus aus hellem Sichtbeton entspringt dem Kontext einer massiven Bauweise, wie sie der Bestand mit seinem Mauerwerk aufweist, interpretiert diese jedoch in Material und Oberfläche neu. Die verputzten Fassaden des Bestands weisen eine subtil ablesbare Texturierung durch das darunter liegende Mauerwerk auf. Der Erweiterungsbau hingegen erhält seine Texturierung durch die Betonschalung und feinporige Oberfläche des Dämmbetons. Beide Gebäudeteile stehen im Hinblick auf ihre Materialität, Baumasse und Höhenausbildung in ausgewogener Balance und bilden trotz sichtbarer Unterscheidung ein zusammenhängendes Ganzes. Die wenigen, aber bewusst gesetzten Öffnungen stärken mit ihren tiefen Betonlaibungen die Identität des Hauses und ermöglichen weitreichende Ausblicke in die Landschaft.

Der Innenraum ist ebenso vom Material des Betons bestimmt. In Foyer und Dauerausstellung treten hier wieder die einschaligen Außenwände aus Dämmbeton in Erscheinung, welche im Ausstellungsbereich einen hellen und neutralen Hintergrund für die Exponate bieten. Überspannt werden diese Bereiche von einer Betonrippenkonstruktion, welche einerseits große Spannweiten bewältigen kann und damit die unterschiedlichen Raumbereiche strukturell abbildet, und andererseits alle Elemente der Gebäudetechnik, Beleuchtung und Akustikmaßnahmen integriert.

Die Sonderausstellung hebt sich vom restlichen Museumsbereich durch seine weißen, glatt verputzten Wände und die Abfolge der betonierten Tonnengewölbe ab. In der Rahmung eines großen Fensters bietet sich von hier aus ein weitreichender Ausblick über das Grundstück nach Norden. In dieser besonderen Atmosphäre kann der Raum für unterschiedlichste Veranstaltungen oder Ausstellungen vielfältig genutzt werden.

Das ruhige Materialkonzept der Museumserweiterung wird vervollständigt durch die Materialien des Bodens und der Holzarbeiten, welche sich jeweils einheitlich durch das Gebäude ziehen. Sowohl der geschliffene und damit leicht glänzende Gussasphalt mit der belebten Struktur seiner Zuschlagsstoffe als auch die dunkel geölten Eichenholzarbeiten der Fenster, Türen und weiterer Ausbauteile bilden einen spannungsvollen Kontrast zur mineralischen Gebäudehülle.

Wettbewerb: ein 2. Preis, 2019

Architekten:

meck architekten gmbh

Andreas Meck †, Axel Frühauf

Projektleitung:

Thomas Zaspel

Mitarbeit:

Ferdinand Getz, Ann Sophie Megerle, Verena Reich, Nina Ritzert, Thomas Zaspel (Projektleitung)

Kostenplanung:

meck ingenieure GmbH

Visualisierung:

VIZE

Technische Ausrüstung:

test13

Freianlage:

lohrer.hochrein landschaftsarchitekten und stadtplaner gmbh

 

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