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Gemeindezentrum Markt Schwaben,
2016

Der Neubau des Gemeindehauses ordnet die Beziehung von öffentlichem Raum und Kirche neu: er lässt Räume mit differenzierten Qualitäten entstehen und inszeniert Sichtachsen sowie Blickbeziehungen. Die bestehende Philippuskirche, welche durch die bauliche Entwicklung der Nachbarschaft immer mehr in den Hintergrund gedrängt wurde, kann sich jetzt im städtebaulichen Gefüge wieder angemessen behaupten. Ihre Präsenz und Wahrnehmung stärkt die evangelische Kirchengemeinde an ihrem Standort. Das markante Dach der Kirche überragt das Gesamtensemble und wird weithin von allen Seiten wieder sichtbar. Die Traufe der Kirche bildet den Horizont für den Neubau, welcher sich als horizontal angelegte, eingeschossige Baumasse in seiner Höhe im Ensemble zurücknimmt und der bestehenden Kirche mit ihrer eigenständigen Dachform die Rolle des prägenden und dominierenden Elementes der Anlage überlässt.

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Kirche, Kirchplatz, Kirchhof, Gemeindehaus und Pfarramt entwickeln sich als Abfolge einzelner Bausteine und Freiräume des Gemeindezentrums entlang einer neuen Durchwegung in Ost-West Richtung, welche die Gesamtanlage an den öffentlichen Raum anbindet. Alter Glocken- und neuer Fahnenträger, als weit sichtbare Zeichen, spannen diesen Weg auf. Philippuskirche und Gemeindehaus bilden die Raumkanten für den neuen Kirchplatz. Eine skulpturale Aufkantung des Baukörpers stärkt die Präsenz des Gemeindehauses am Kirchplatz, innenräumlich generiert sie eine komfortable Raumhöhe für den großen Gemeindesaal.

Die innere Organisation des Gemeindehauses reagiert auf die bestehende Topographie und lässt ganz selbstverständlich unterschiedliche Bereiche mit sinnfällig differenzierten Raumhöhen entstehen. Die gemeindlichen Funktionen spannen den Hof des Gemeindehauses als halböffentlichen Raum auf. Ein Baum gibt Mitte und spendet im Sommer Schatten. Als Ort der informellen Begegnung besitzt der Kirchhof hohe Aufenthaltsqualität. Von hier werden Gemeindehaus und Pfarramt gleichermaßen erschlossen. Vom Motiv des klösterlichen Kreuzgangs inspiriert, folgt die innere Erschließung dem Hof und ist als seine räumliche Erweiterung gedacht. Hölzerne Wände begleiten die Gänge im Inneren und bilden die Schnittstelle zu den dahinterliegenden Räumen. Mit ihrem Gemeindehaus öffnet sich die Kirchengemeinde zukünftig einladend nach außen und gibt Einblicke in ihr Gemeindeleben frei. Sowohl im Hof als auch auf dem neu gefassten Kirchplatz können vielfältige Aktivitäten stattfinden: Gemeindefest, Bazar, Weihnachtsmarkt und vieles mehr. Bei großen Festen kann die Gesamtanlage vom Kirchplatz über den Gemeindesaal und das Foyer bis zum Kirchhof hin „bespielt“ werden.

Als nachhaltiger Holzbau konzipiert, sorgen natürliche und robuste Materialien für eine kurze Bauzeit, eine wirtschaftliche Bauweise und niedrige Unterhaltskosten. Im Inneren dominieren natürliche Materialien: Lärchenholz und Naturstein (Jurakalk) in Verbindung mit weiß gestrichenen Wände und Decken. Die silbrig-vorvergraute Verkleidung mit Furnierschichtholzplatten ist der Farbgebung des bestehenden Kirchendaches entlehnt und verleiht dem neuen Gemeindehaus eine selbstverständliche, natürliche und ehrliche Haut. 

Wichtiger Bestandteil des Gemeindezentrums ist aber auch die neue Sakristei. Sie wurde wieder dort errichtet, wo sie früher, mit dem Bau der Phillippuskirche im Jahr 1955 entstand, bevor sie der Erweiterung im Jahr 1976 vorerst weichen musste. Sie ist somit auch ein Stück unverzichtbarer Reparatur der Gesamtanlage.

Wettbewerb: 1. Preis, 2013

Planungsbeginn: Juli 2014

Fertigstellung: Oktober 2016

 

Architekten:

meck architekten gmbh

Andreas Meck, Axel Frühauf

 

Mitarbeiter:

Nanjana Sterzik, Carlos Wilkening

 

Baudurchführung:

Sebastian Kruppa

 

Fotografie:

Florian Holzherr, München

 

 

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