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Maria-Josepha-Straße, München,
2011

Münchener Kontext
Das Grundstück liegt an der Schnittstelle zwischen einer aufgelockerten Einzelhausbebauung und der typischen Schwabinger Blockrandbebauung in unmittelbarer Nähe des Englischen Gartens. Der Entwurf greift dieses Potential auf und reagiert auf die Dialektik dieser unterschiedlichen Strukturen. So wird das Gebäude Mandlstraße 1 in Anlehnung an seine historische Nutzung als Wohngebäude "rückrenoviert". Das neue Wohnungsgebäude fügt sich in Maßstab und Stellung in das Straßenbild der Maria-Josepha-Straße ein. Beide zusammen führen die für diesen Bereich typische punktförmige Schwabinger Bauweise mit Vorgartenmotiv fort. Die vorhandene intensive und hochwertige Durchgrünung der angrenzenden Grundstücke wird aufgegriffen und zum Englischen Garten hin fortgeführt. Das neue Bürogebäude der Münchner Rückversicherung dagegen setzt die Reihe der bestehenden Solitärbauten entlang der Königinstraße fort und erinnert an die Struktur des Schwabinger Blockes.

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Tradition und Moderne
Das Spannungsfeld zwischen Tradition und Innovation als Leitgedanke der Münchner Rückversicherungsgesellschaft ist prägende Idee des Entwurfes. Dem hochwertigen Baudenkmal der sorgfältig renovierten Thierschvilla mit den Konferenzräumen steht der modern und offen gestaltete neue Bürokomplex gegenüber. Beide sind miteinander zu einem Ensemble verbunden und bilden zusammen das neue Entrée an der Mandlstraße. Das neue Bürogebäude ist klar strukturiert und überrascht gleichzeitig durch seine räumliche Komplexität im Innern. Der plastisch gestaltete Baukörper mit seinen eingeschnittenen Höfen reagiert subtil auf die Bezugskanten seiner Umgebung. Mit seiner Aufweitung zum Platz greift er die Richtung der Thierschvilla, dem Kopf des Ensembles, auf. 

Repräsentation und Souveränität
Im Kontrast zu der historischen Villa im Jugendstil zeigt sich der Neubau in seinem Erscheinungsbild sehr reduziert, jedoch eindrücklich kraftvoll und von edelster Materialität: Noble Einfachheit. Dunkel eingefärbter Beton in Kombination mit hochwertigem mattierten Edelstahl mit samtig mattschimmernder Oberfläche bestimmen das Bild. Im Innern ist das Gebäude mit hochwertigem Naturstein und edlem Holz ausgeschlagen.

Kommunikation und Offenheit
Ein Erschließungsnetz von Rampen und Räumen, die zur informellen Kommunikation und Begegnung einladen, durchzieht die gesamte Gebäudestruktur und verbindet den Neubau mit der Thierschvilla. Das Gebäude präsentiert sich dem Besucher repräsentativ und offen, bietet jedoch auch gleichzeitig die Qualität einer geordneten zweibündigen Bürostruktur mit hoher Flexibilität

Freiflächen
Inspiriert von der Ornamentik des Jugendstils der historischen Thierschvilla entsteht ein eigenständiges, in die heutige Zeit transformiertes Pattern, das sich als ornamentales Motiv von außen nach innen wie eine Spur durch das gesamte Gebäude zieht. Dieses aus der floralen Ornamentik herausgefilterte linsenförmige Motiv wird zum gestaltenden Element des Platzes und der Innenhöfe. Es wird zum Rahmen für Beete, Wasserflächen und Texturen im Bodenbelag. In den Innenhöfen überlagert sich das Motiv mit den kreisrunden Strukturen der Plattformen in der grünen Rasenrampe und der Oberlichtöffnungen im Lichthof zum Casino, die von begrünten Rankstäben durchstoßen werden.

Wettbewerb: 1. Preis, 2005

Planungsbeginn: 2006

Fertigstellung: Dezember 2011

 

Architekten:

meck architekten

Prof. Andreas Meck

 

Mitarbeiter:

Moritz Alken, Peter Fretschner (Projektleitung), Boris Miller, Diana Obermaier, Petra Postler, Philipp Reichelt, Andreas Westner

 

Bauleitung:

BIP GmbH München LPH 6-8

 

Fotografie:

Michael Heinrich, München; Florian Holzherr, München

 

 

Weitere Projekte: